THCA-Gehalt bei Blüten, Hash und Vapes im Vergleich

THCA-Gehalt verstehen: Was bedeuten 20%, 50% oder 90% THCA?

Auf THCA-Produkten begegnen einem sehr unterschiedliche Prozentangaben. Eine Blüte kann beispielsweise einen THCA-Gehalt im Bereich von rund 20 bis 30 Prozent aufweisen, während konzentriertere Produkte deutlich höhere Werte erreichen können. Bei Vape-Produkten sind nochmals andere Konzentrationen möglich.

Doch was bedeutet eine Angabe wie 25 % THCA eigentlich? Ist ein Produkt mit 50 % automatisch doppelt so stark wie eines mit 25 %? Und kann man den THCA-Gehalt von Blüten, Hash und Vapes überhaupt direkt miteinander vergleichen?

Die kurze Antwort lautet: nur bedingt. Der Prozentwert ist eine wichtige Produktinformation, aber er sollte immer zusammen mit der Produktform, dem Analyseverfahren und weiteren Qualitätsmerkmalen betrachtet werden.

Wer zunächst verstehen möchte, was THCA chemisch überhaupt ist, findet die Grundlagen in unserem Ratgeber Was ist THCA.

Was bedeutet ein THCA-Gehalt von 25 %?

Die Prozentangabe beschreibt grundsätzlich, welchen Anteil der untersuchten Probe THCA ausmacht.

Ein Laborwert von beispielsweise:

25 % THCA

bedeutet vereinfacht, dass in 100 Gramm des analysierten Materials rechnerisch etwa 25 Gramm THCA enthalten sind.

Bei einer kleineren Menge gilt dasselbe Verhältnis. Die Prozentzahl beschreibt also zunächst eine Konzentration beziehungsweise einen Gewichtsanteil und ist keine direkte Aussage über die allgemeine Qualität eines Produkts.

Genau deshalb sollte man Prozentwerte nicht isoliert betrachten.

THCA und THC sind nicht dasselbe

Ein häufiger Fehler besteht darin, THCA und THC gleichzusetzen.

THCA ist die saure Vorstufe von THC. Durch ausreichende Erwärmung kann THCA im Rahmen der sogenannten Decarboxylierung in THC übergehen.

Bei Laboranalysen werden deshalb häufig mehrere Werte getrennt ausgewiesen, beispielsweise:

  • THCA
  • Δ9-THC
  • weitere Cannabinoide
  • je nach Analyse zusätzliche Parameter

Auch deshalb ist die reine Aussage „dieses Produkt enthält X % THCA“ nicht dasselbe wie die Aussage, dass das Produkt bereits denselben Anteil THC enthält.

Bei Berechnungen des theoretischen Gesamt-THC-Gehalts wird häufig berücksichtigt, dass bei der Umwandlung von THCA in THC Masse verloren geht. Als theoretischer Umrechnungsfaktor wird deshalb häufig etwa 0,877 verwendet.

Vereinfacht:

Gesamt-THC ≈ Δ9-THC + (THCA × 0,877)

Diese Berechnung beschreibt jedoch einen theoretischen Wert. Die tatsächliche Umwandlung hängt unter anderem von den jeweiligen Bedingungen ab.

Warum haben THCA-Blüten niedrigere Prozentwerte als manche Konzentrate?

Bei THCA Blüten handelt es sich um pflanzliches Material.

Eine Blüte besteht nicht ausschließlich aus Cannabinoiden. Sie enthält unter anderem:

  • Pflanzenmaterial
  • Trichome
  • Terpene
  • Feuchtigkeit
  • verschiedene Cannabinoide und weitere natürliche Bestandteile

Der THCA-Anteil ist deshalb immer nur ein Teil der gesamten Masse.

Ein Wert von beispielsweise 25 % bei einer Blüte sollte daher nicht mit 25 % eines stark konzentrierten Produkts gleichgesetzt werden. Die Produktmatrix ist eine völlig andere.

Das ist auch der Grund, warum hohe Prozentwerte bei Blüten nicht das einzige Qualitätsmerkmal sein sollten.

Warum kann THCA Hash deutlich höhere Werte erreichen?

Bei THCA Hash werden cannabinoid- und trichomreiche Bestandteile der Pflanze konzentriert.

Je nach Herstellungsart, Ausgangsmaterial und Verarbeitung kann dadurch ein deutlich höherer Cannabinoidanteil entstehen als bei unverarbeiteten Blüten.

Produkte wie Dry Sift, Static, Piatella oder andere Hash-Varianten können sich deshalb stark voneinander unterscheiden.

Der Prozentwert allein sagt jedoch auch hier nicht alles aus.

Für die Beurteilung spielen zusätzlich Faktoren eine Rolle wie:

  • verwendetes Ausgangsmaterial
  • Reinheit
  • Verarbeitungsmethode
  • Konsistenz
  • Cannabinoidprofil
  • verfügbare Analysedaten

Ein Produkt mit einem höheren THCA-Wert ist deshalb nicht automatisch qualitativ hochwertiger als eines mit einem niedrigeren Wert.

Warum erreichen THCA Vapes besonders hohe Konzentrationen?

Bei THCA Vapes besteht das Produkt nicht aus vollständigem Pflanzenmaterial.

Stattdessen handelt es sich um eine konzentrierte cannabinoidhaltige Zusammensetzung. Dadurch können sehr hohe Prozentwerte technisch möglich sein.

Ein Vape mit beispielsweise 90 % THCA sollte deshalb nicht direkt mit einer Blüte mit 25 % THCA verglichen werden.

Die Zahlen beschreiben zwar jeweils einen Anteil am Produkt, die Produkte selbst sind jedoch grundlegend unterschiedlich aufgebaut.

Ein sinnvoller Vergleich lautet deshalb eher:

Wie hoch ist der THCA-Anteil innerhalb derselben Produktkategorie?

Also beispielsweise:

  • Blüte mit Blüte vergleichen
  • Hash mit Hash vergleichen
  • Vape mit Vape vergleichen

Das liefert deutlich mehr Informationen als der reine Vergleich der höchsten Zahl auf der Verpackung.

Bedeutet mehr THCA automatisch bessere Qualität?

Nein.

Ein hoher THCA-Gehalt kann ein relevantes Produktmerkmal sein, ist aber kein vollständiges Qualitätsurteil.

Bei Blüten können beispielsweise auch folgende Eigenschaften relevant sein:

  • Zustand und Struktur der Blüte
  • Trichombesatz
  • Verarbeitung
  • Feuchtigkeitszustand
  • Aroma
  • Charge und Herkunft
  • transparente Produktinformationen

Bei Hash können wiederum Verarbeitung und Reinheit stärker ins Gewicht fallen.

Bei Vapes spielen unter anderem Zusammensetzung, verwendete Hardware und die Transparenz der Produktdaten eine Rolle.

Ein Produkt mit einem extrem hohen Prozentwert kann also schlechter verarbeitet oder weniger transparent dokumentiert sein als ein Produkt mit einem niedrigeren Wert.

Warum können Laborwerte voneinander abweichen?

Cannabisprodukte sind insbesondere bei pflanzlichem Ausgangsmaterial keine vollständig homogenen Industrieprodukte.

Eine Laborprobe stellt immer einen bestimmten Teil einer Charge dar. Kleine Unterschiede zwischen Proben oder Chargen sind deshalb möglich.

Auch Analyseverfahren, Messgrenzen und die Darstellung der Ergebnisse können sich unterscheiden.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur die große Prozentzahl auf einer Produktseite zu betrachten, sondern den eigentlichen Analysebericht.

Bei Hempli stellen wir verfügbare Laborberichte transparent zur Verfügung, damit sich die ausgewiesenen Produktdaten nachvollziehen lassen.

Worauf sollte man bei einem Laborbericht achten?

Für die schnelle Orientierung sind vor allem einige Punkte interessant:

Produkt beziehungsweise Charge

Der Bericht sollte möglichst eindeutig dem untersuchten Produkt oder einer Charge zugeordnet werden können.

THCA

Hier wird der gemessene Anteil an Tetrahydrocannabinolsäure ausgewiesen.

Δ9-THC

Dieser Wert ist vom THCA-Gehalt zu unterscheiden und sollte separat betrachtet werden.

Weitere Cannabinoide

Je nach Analyse können beispielsweise CBD, CBDA, CBG oder weitere Cannabinoide aufgeführt werden.

Messgrenzen

Bezeichnungen wie LOD oder LOQ beziehen sich auf die Nachweis- beziehungsweise Bestimmungsgrenze des verwendeten Analyseverfahrens.

Ein Laborbericht enthält deshalb wesentlich mehr Informationen als lediglich eine Zahl wie „25 % THCA“.

Kann man anhand des THCA-Gehalts verschiedene Produkte vergleichen?

Innerhalb derselben Produktart kann der Wert durchaus hilfreich sein.

Wenn zwei vergleichbare Blütenprodukte unterschiedliche THCA-Werte aufweisen, ist das eine zusätzliche Information über ihre jeweilige Cannabinoidkonzentration.

Schwieriger wird der Vergleich zwischen völlig unterschiedlichen Produktformen.

Eine Blüte mit 25 %, ein Hash-Produkt mit 50 % und ein Vape mit 90 % unterscheiden sich nicht nur in der Konzentration, sondern auch in Aufbau und Zusammensetzung.

Die Zahlen:

25 % → 50 % → 90 %

bedeuten deshalb nicht automatisch:

schlecht → besser → am besten.

Sie beschreiben zunächst nur unterschiedliche Konzentrationen in unterschiedlichen Produkten.

Welcher THCA-Gehalt ist der richtige?

Eine allgemeingültige Prozentzahl, die ein Produkt automatisch „gut“ macht, gibt es nicht.

Sinnvoller ist die Frage:

Ist der angegebene Wert plausibel, transparent dokumentiert und passend zur jeweiligen Produktform?

Bei der Bewertung eines Produkts sollte der THCA-Gehalt deshalb gemeinsam mit Produktinformationen, Charge, Zusammensetzung und verfügbaren Analysedaten betrachtet werden.

Wer THCA kaufen möchte, sollte sich daher nicht ausschließlich an der höchsten Prozentzahl orientieren, sondern das Produkt als Ganzes betrachten.

Fazit: THCA-Prozentwerte richtig einordnen

Der THCA-Gehalt ist eine wichtige Information, aber kein alleiniger Qualitätsmaßstab.

Ein Wert von 20 oder 30 Prozent kann bei einer Blüte vollkommen anders einzuordnen sein als 50 Prozent bei einem Hash-Produkt oder 90 Prozent bei einem Vape.

Entscheidend ist deshalb immer der Kontext:

Welche Produktform wird analysiert? Wie transparent sind die Angaben? Gibt es einen passenden Laborbericht? Und welche weiteren Merkmale weist das Produkt auf?

Wer Prozentwerte auf diese Weise betrachtet, kann Laborangaben deutlich besser einordnen und vermeidet den häufigen Fehler, unterschiedliche Produktkategorien nur anhand einer einzigen Zahl miteinander zu vergleichen.

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